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Hinweise für Reisen nach Mexiko, Guatemala und El Salvador nach Hurrikan

10.10.2005 (Berlin):
Nach dem vermuteten Ende der Hurrikan-Saison - der Wirbelsturm Stan traf dabei insbesondere Mittelamerika - hat das Auswärtige Amt in Berlin für die drei mittelamerikanischen Staaten Mexiko, El Salvador und Guatemala neue aktualisierte Sicherheitshinweise herausgegeben. Für alle drei Länder gilt außerdem erhöhte Vorsicht vor weiterhin hoher Gewaltkriminalität. El Salvador hat zudem am Wochenende ein Erdbeben der Stärke 6,2 getroffen und zudem ist letzte Woche auch noch der Vulkan Santa Ana ausgebrochen.

Mexiko

Der Hurrikan 'Stan' ist am Dienstag, den 4. Oktober 20005 über Mexiko hinweggezogen und hat an der mexikanischen Golfküste, insbesondere in den Staaten Veracruz und Chiapas, starke Überschwemmungen hervorgerufen. Über die Ufer tretende Flüsse richteten schwere Schäden an und forderten zahlreiche Todesopfer. Reisenden in den betroffenen Gebieten wird empfohlen, sich bei ihrem Reiseveranstalter bzw. über die lokalen Behörden und Wetterdienste zu informieren.

Mexiko, und hier insbesondere die Hauptstadt Mexiko-Stadt, ist von einer hohen Kriminalität betroffen. Landesweit kann es zu bewaffneten Überfällen kommen. Die Zahl der Entführungen hat in der letzten Zeit stark zugenommen. Dies gilt insbesondere für die sogenannten Express-Entführungen zur erzwungenen Abhebung an Geldautomaten. In Mexiko-Stadt sollten nur Taxis von offiziellen Taxiständen (Sitios) oder telefonisch bestellte benutzt werden. Bei auf der Straße angehaltenen Taxis besteht besonders nach Einbruch der Dunkelheit die Gefahr, ausgeraubt zu werden.

Bei Überlandfahrten - insbesondere auf abgelegenen Straßen und in den südlichen Bundesstaaten Guerrero, Oaxaca und Chiapas kam es in der Vergangenheit zu Raubüberfällen durch bewaffnete Banden. Individualreisen in das Hochland von Chiapas und in das Hinterland des Bundesstaates Guerrero sollten nicht ohne professionelle Führung unternommen werden.

Im Grenzgebiet zu den USA ist die Kriminalität besonders hoch. Insbesondere haben Straftaten von Rauschgiftbanden zugenommen.

Generell wird Reisenden geraten, Spaziergänge, auch kurze Strecken und Besorgungen, nicht allein zu unternehmen. Das Risiko, überfallen zu werden, ist bei Einzelpersonen erhöht. Außerdem besteht in dichtgewachsener tropischer Vegetation, wie sie im Land vorkommt, die Gefahr, sich ohne Hoffnung auf Rettung zu verirren.

Guatemala

Der Tropensturm 'Stan' hat v.a. in Guatemala schwere Schäden angerichtet. Besonders betroffen sind die Südküste sowie das Zentrum und die westlichen Landteile. Weite Teile des Landes stehen unter Wasser und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders prekär ist die Lage in San Marcos und in Santiago Atitlan. Die Behörden gehen von hunderten Todesopfer und weit über 100.000 betroffenen Personen aus. Die Tourismusbehörde INGUAT versucht, Touristen in sichere Gebiete zu evakuieren. Die massive Zerstörung der Infrastruktur sowie anhaltend schlechtes Wetter behindern jedoch die Maßnahmen. Für die nächsten Tage wurden wieder schwere Regenfälle vorausgesagt. Es wird befürchtet, das die Flüsse weiter anschwellen und über die Ufer treten (besondere Gefahr droht am Río Motagua an der Karibikküste). Die Regierung hat am 6. Oktober für 30 Tage den Notstand erklärt. Reisenden wird empfohlen, sich wegen der Situation vor Ort mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen.

Die Sicherheitslage in Guatemala ist durch ein hohes Niveau von Gewaltkriminalität beeinträchtigt. Die Gewalttaten stehen häufig in Verbindung mit sich gegenseitig bekämpfenden Jugendbanden ('maras') oder auch Auseinandersetzungen im Bereich der organisierten Kriminalität (Drogenmilieu). Insbesondere in der Umgebung von Antigua und in der Hauptstadt ist mit Überfällen von Jugendbanden zu rechnen. Dabei verlagern sich in Guatemala-Stadt die Aktiväten der Banden inzwischen auch auf die wohlhabenderen Wohnviertel.

Der Besitz von Schuss- und Stichwaffen ist weit verbreitet, die Hemmschwelle zum Waffengebrauch niedrig. Im Falle eines Überfalles wird geraten, keinen Widerstand zu leisten. Reisende sollten angesichts dieses Risikos die südliche Seite des Atitlán-Sees und die 'alte' Straße von Panajachel (über Patzún) nach Guatemala meiden. Vorsicht bei Wanderungen um den Atilán-See. Erhöhte Gefahr besteht auf der Strecke zwischen Guatemala-Stadt und San Salvador sowie auf der Strecke zwischen Antigua und Guatemala-Stadt und auf Reisen in Touristenbussen, die als solche erkennbar sind.

Auch in den Touristenzentren von Antigua Guatemala, Chichicastenango, Panajachel, den ländlichen Gegenden des nördlichen Quiché (Nebaj)sowie der Departements Huehuetenango und Petén ist ein erhöhtes Risiko gegeben. Insbesondere in den Abendstunden sollten Sie daher nicht mehr allein auf die Straße gehen.Äußerste Vorsicht ist geboten bei der Besichtigung der Ruinen von Sayaxché/ Dept. Petén. In der Maya-Ruinen-Stätte Tikal (Petén), insbesondere in der Nähe abseits gelegener Tempelanlagen kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Gewaltverbrechen.

Vulkane sollten nur mit landeskundiger Begleitung und/oder in Gruppen bestiegen werden. Die Tourismusbehörde INGUAT hat eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, die die Sicherheit der Touristen erhöhen soll. Es wurde eine ständige Rufbereitschaft eingerichtet. Außerdem bietet INGUAT eine Begleitung an besonderen Brennpunkten (z.B. Vulkanbesteigungen) an (Tel.: 0052 / 2421 2810).

Innenpolitische Unruhen sind ebenso wenig auszuschließen. Ohne oder mit wenig zeitlicher Vorwarnung können an neuralgischen Punkten landesweit Blockaden errichtet werden. Es wird angeregt, Reisedokumente (Pässe, Flugtickets u.ä.) an einem sicheren Platz (z.B. im Hotelsafe) aufzubewahren und Kopien der wichtigsten Unterlagen (Pass, Tickets etc.) zu fertigen, um sich ausweisen zu können.

El Salvador

Durch den Hurrican 'Stan' wurden Anfang Oktober anhaltende, starke Regenfälle ausgelöst, die zu schweren Überschwemmungen geführt haben. Es gab zahlreiche Todesopfer, zehntausende Personen mussten evakuiert werden. Auch wenn die Regenfälle inzwischen aufgehört haben, fließen aus den höhergelegenen Gebieten des Landes weiterhin große Wassermassen Richtung Meer. Insbesondere im Bereich der Mündungsgebiete der großen Flüsse sind einige Straßen derzeit unpassierbar.

Anfang Oktober ist der Vulkan Santa Ana (Ilamatepec) ausgebrochen. Aktivitäten des Vulkans sind weiterhin zu verzeichnen.

Am Freitag, 07.10.2005 wurde El Savador außerdem von einem Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert. Das Epizentrum lag in der westlichen Provinz Ahuachapan an der Pazifikküste.

Von Fahrten abseits der großen Hauptverbindungsrouten sowie Reisen in die Region um den Vulkan von Santa Ana wird daher abgeraten.

El Salvador gehört zu den Ländern Lateinamerikas mit einer der höchsten Kriminalitätsraten. Die Gefahr von Gewaltverbrechen - insbesondere in der Nähe der touristisch interessanten Vulkane und am Strand - ist vergleichsweise hoch, die Hemmschwelle beim Gebrauch von Schuss- oder Stichwaffen niedrig. Im Falle eines Überfalles ist es dringend geboten, auf Widerstand zu verzichten. Einzelreisende sollten besonders vorsichtig sein. Nach Möglichkeit sollte nur auf Hauptstraßen gereist und Reisen auf Nebenstraßen vermieden werden. Auf Wandertouren oder ähnliche Ausflüge ohne kundige Begleitung abseits der Hauptverkehrsstraßen sollte verzichtet werden.

Halten Sie die Türen und Fenster Ihres Autos geschlossen. Nehmen Sie keine Anhalter mit und halten Sie auch nicht bei einem scheinbaren Unfall, sondern verständigen Sie die nächste Polizeidienststelle (schon mancher Unfall wurde fingiert, um den zu Hilfe Eilenden auszurauben). Sichtbares Tragen von (Mode-)Schmuck und anderen Wertgegenständen sollte vermieden werden. Bargeld sollte man nur in kleineren Mengen bei sich haben. Vergewissern Sie sich, dass Ihnen niemand folgt, nachdem Sie von einer Bank Bargeld abgehoben haben. Wichtige Dokumente wie Reisepass u.ä. sollten nach Möglichkeit sicher deponiert (z.B. im Hotelsafe) und nur Kopie mitgeführt werden. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte man grundsätzlich nicht mehr unterwegs sein.

Während der Reise und in den Busbahnhöfen sollten Sie Ihr Gepäck nicht aus den Augen lassen. In letzter Zeit wurden zahlreiche Überfälle auf Überlandbusse, vor allem aber private KfZ mit salvadorianischem Kennzeichen auf dem Weg von und nach Guatemala verübt. Der Tourismus zwischen den beiden Ländern ist infolgedessen zu Weihnachten/Neujahr 2004/2005 um mehr als 30% zurück gegangen.
[AA, Hotelkritiken]


 
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