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Reisehinweise Südamerika - Peru und Bolivien

11.04.2004 (Berlin):

Peru

Größtes Sicherheitsproblem für Reisende nach Peru ist die hohe Kriminalität (Diebstahl, Raubüberfälle). Elendsviertel in Großstädten sollten gemieden werden. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten mit Personenkraftwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln (schlechte Strassen, Gefahr von Überfällen).

Generell wird Reisenden empfohlen, bestimmte Landesteile, die der zentralstaatlichen Gewalt z.T. entzogen sind (Gebiete des Urubamba-, Huallaga-, Apurimac- und Ene-Flusses), nicht zu bereisen. In einzelnen Provinzen der Departements Apurimac, Ayacucho, Cuzco (dort nur in der Provinz La Convención), Huancavelica und Junín wurde der seit 26.11.2003 geltende Ausnahmezustand am 24.03.2004 um weitere 60 Tage verlängert und ist somit gegenwärtig bis Ende Mai 2004 befristet.

Bis heute kommt es vereinzelt immer noch zu terroristischen Anschlägen (Sendero Luminoso, Movimiento Revolucionario Tupac Amaru), die zeigen, dass der Terrorismus nicht besiegt ist. Vor allem Gebiete des Huallaga-, Apurimac- und Ene-Flusses - insbesondere die Umgebung von Satipo - gelten als Rückzugsgebiete von Terroristen und sollten unbedingt gemieden werden. Mitte Juni 2003 wurden in einem abgelegenen Gebiet bei Ayacucho rund 70 beim Bau einer Gaspipeline Beschäftigte von Terroristen entführt, die allerdings am nächsten Tag wieder frei kamen.

Besondere Vorsicht ist angebracht vor Drogenkriminalität und Raubüberfällen. Es wird eindringlich gewarnt vor Erwerb, Besitz, Verteilung sowie Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art. Rauschgiftdelikte werden mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Mitnahme bzw. Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben. Lassen Sie schon aus diesem Grund Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt. Vermeiden Sie Kontakt mit 'überfreundlichen' Fremden, die Ihnen etwas anbieten und Sie unter Umständen in kriminelle Geschäfte, besonders Drogenhandel, verwickeln wollen. Manchmal tauchen bei einem solchen Kontakt dann weitere Komplizen auf, die sich als Polizisten ausweisen und den Touristen Geld und Wertsachen als 'Geldstrafe' abnehmen mit der Drohung, sie andernfalls zu verhaften. Nehmen Sie keine Speisen oder offene Getränke von fremden Personen an. Touristen wurden mehrfach durch vergiftete Nahrungsmittel betäubt.

Hotels der unteren Kategorie (Pensiones, Alojamientos, Hostales usw.) werden gelegentlich nachts überfallen und die Gäste beraubt. Achten Sie bei der Wahl der Unterkunft auf Sicherheitsaspekte (Nachtwächter, Hotelsafe, Zimmertelefon).

In den letzten Monaten kam es immer wieder zu (manchmal gewaltsamen) Protestaktionen und Ausschreitungen in verschiedenen Landesteilen, die z.T. zu Strassen- und Flughafensperrungen führten, sodass Touristen mitunter tagelang nicht weiterreisen konnten. Reisenden wird geraten, in Peru die Nachrichten zu verfolgen und derart betroffene Gebiete zu meiden.

Es wird empfohlen, für Überlandfahrten nur bekannte nationale Busunternehmen (wie Ormeño, Sud-Americano, Ocaña, Cruz del Sur) zu benutzen. Fahren Sie nicht 'per Anhalter'. Von Reisen als Einzelperson ist abzuraten. Der 'Inka-Pfad' von Cuzco nach Machu Picchu sollte nur im Rahmen geführter Reisegruppen (ab 2 Personen möglich) durchwandert werden.

Bei Polizei- oder Militärkontrollen wird empfohlen, nach dem Ausweis des Untersuchenden zu fragen und sich dessen Daten zu notieren. Bestehen Sie im Falle einer Festnahme auf Ihrem Recht zur Kontaktaufnahme mit der Botschaft. Bei Reisen mit erhöhtem Sicherheitsrisiko (einsame Überlandreisen, Ökotourismus, Bergwanderungen etc.) wird angeregt, den ungefähren Aufenthaltsort sowie Kontaktadressen in Deutschland bei einer Stelle Ihres Vertrauens zu hinterlegen.

Bolivien

Die innenpolitische Lage in Bolivien ist weiterhin angespannt; Reisende sollten die aktuelle Entwicklung daher aufmerksam verfolgen. Mit dem Regierungswechsel am 17.10.2003 hat sich die Lage in Bolivien beruhigt. Blockaden und Straßensperren im Zuge gewaltsamer Proteste gegen die Regierungspolitik haben sich landesweit aufgelöst. Die politischen Auseinandersetzungen um das Reformprogramm der Regierung dauern jedoch an. Neue Unruhen sind angesichts der fortbestehenden innenpolitischen Spannungen nicht auszuschließen. Die Lage in dem Bergort Sorata oberhalb des Titicaca-Sees ist weiterhin instabil. Ausländer sind dort einem erhöhten Sicherheitsrisiko ausgesetzt. Touristen wurden wiederholt im Rahmen gewalttätiger Auseinandersetzungen der ortsansässigen Bevölkerung mit der Staatsgewalt persönlich gefährdet.

Im übrigen gilt generell: In einem der ärmsten Länder Südamerikas sind Reisen auch stets mit Risiken für die persönliche Sicherheit verbunden. Aufgrund innenpolitischer Spannungen und bei anhaltender Gewaltbereitschaft muss in Bolivien jederzeit mit landesweiten oder vereinzelten Straßenblockaden gerechnet werden. Bereits im Lande befindlichen Reisenden wird geraten, im Zweifelsfalle am Aufenthaltsort zu verbleiben. Von Versuchen, Blockaden zu durchbrechen, wird in jedem Falle abgeraten.

Bolivien ist eines der Länder mit den größten Drogenanbaugebieten der Welt. Von Reisen in den Chapare (Coca-Anbaugebiet) wird abgeraten, zumal es dort stets zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Behörden und der Bevölkerung wie auch zu Gewaltverbrechen gegenüber Fremden kommen kann. Die bolivianischen Behörden machen darauf aufmerksam, dass Delikte in Zusammenhang mit Betäubungsmitteln mit langen Haftstrafen geahndet werden. Weiterhin ist zu beachten, dass die Einfuhr auch von Cocatee nach Deutschland nicht gestattet ist.

Sowohl in den Großstädten als auch in straßenlosen und abgelegenen Gebieten häufen sich Überfälle auf Reisende, insbesondere durch vermeintliche Polizisten in Zivilkleidung. Besonders in touristisch attraktiven, aber abgelegenen Gebieten um La Paz kann es auch zu bewaffneten Überfällen kommen. Es wird empfohlen, Reisen dorthin in größeren Gruppen zu unternehmen und dabei die Dienste eines Reisebüros in Anspruch zu nehmen.


[AA, Hotelkritiken]


 
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