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Sicherheitshinweise Südamerika - Haiti, Peru, Bolivien, Ecuador

14.02.2004 (Berlin):

Haiti

Es wird weiterhin dringend vor Reisen nach Haiti gewarnt. Deutschen, deren Anwesenheit in Haiti nicht unbedingt erforderlich ist, wird die Ausreise empfohlen, sofern sie sicher durchgeführt werden kann. Von Reisen ins Landesinnere sollte abgesehen werden.

Die seit Jahren andauernde Krise in Haiti hat zu Spannungen und zu neuen gewaltsamen Unruhen geführt. Seit Tagen kommt es zu Zusammenstößen zwischen Rebellen, die vor allem im Norden einige Städte unter ihre Kontrolle gebracht haben, und regierungstreuen Gruppen bzw. Sicherheitskräften. Die Zusammenstöße können sich noch ausweiten. Auch mit gewaltsamen Straßenprotesten muss gerechnet werden.  Straßensperren können den Verkehr in der Stadt wie auch die Zufahrt zum Flughafen lahm legen. In kritischen Situationen, in denen Reisende mit Gewaltkriminalität konfrontiert werden können, ist auf die Sicherheitskräfte kein Verlass.

Bolivien

Die innenpolitische Lage in Bolivien ist weiterhin angespannt; Reisende sollten die aktuelle Entwicklung daher aufmerksam verfolgen.

Seit dem Regierungswechsel am 17.10.2003 hat sich die Lage in Bolivien gebessert. Mit Beendigung der Unruhen haben sich auch die Blockaden und Straßensperren landesweit aufgelöst. Neue Unruhen sind angesichts der fortbestehenden innenpolitischen Spannungen aber nicht auszuschließen.

Starke Regenfälle haben im ganzen Land zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Das Reisen über Land, aber auch in den Städten, wird dadurch erheblich erschwert; manche Gebiete sind auf dem Landweg überhaupt nicht zu erreichen. So ist z.B. die Straße nach Sorata zur Zeit nicht passierbar. Mit einem Abklingen der Regenfälle wird nicht vor dem Monat März gerechnet. Daher sollte vor Reisen im Land unbedingt der aktuelle Straßenzustand erfragt werden. Gegebenenfalls sollte eine Überlandfahrt verschoben oder aber das Flugzeug als alternatives Verkehrsmittel in Betracht gezogen werden

Peru

Größtes Sicherheitsproblem für Reisende nach Peru ist die hohe Kriminalität (Diebstahl, Raubüberfälle). Elendsviertel in Großstädten sollten gemieden werden. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten mit Personenkraftwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln (schlechte Strassen, Gefahr von Überfällen).

Generell wird Reisenden empfohlen, bestimmte Landesteile, die der zentralstaatlichen Gewalt z.T. entzogen sind (Gebiete des Urubamba-, Huallaga-, Apurimac- und Ene-Flusses), nicht zu bereisen. In einzelnen Provinzen der Departements Apurimac, Ayacucho, Cuzco (dort nur in der Provinz La Convención), Huancavelica und Junín wurde der seit 26.11.2003 geltende Ausnahmezustand am 22.01.2004 um weitere 60 Tage verlängert und ist somit gegenwärtig bis zum 22. März 2004 befristet. Bis heute kommt es vereinzelt immer noch zu terroristischen Anschlägen (Sendero Luminoso, Movimiento Revolucionario Tupac Amaru), die zeigen, dass der Terrorismus nicht besiegt ist. Vor allem Gebiete des Huallaga-, Apurimac- und Ene-Flusses - insbesondere die Umgebung von Satipo - gelten als Rückzugsgebiete von Terroristen und sollten unbedingt gemieden werden. Mitte Juni 2003 wurden in einem abgelegenen Gebiet bei Ayacucho rund 70 beim Bau einer Gaspipeline Beschäftigte von Terroristen entführt, die allerdings am nächsten Tag wieder frei kamen.

Besondere Vorsicht ist angebracht vor Drogenkriminalität und Raubüberfällen. Es wird eindringlich gewarnt vor Erwerb, Besitz, Verteilung sowie Ein- und Ausfuhr von Rauschgiften aller Art. Rauschgiftdelikte werden mit langjährigen Haftstrafen geahndet. Mitnahme bzw. Transport von Gegenständen für Dritte ohne Kenntnis des Inhalts kann verhängnisvolle Folgen haben. Lassen Sie schon aus diesem Grund Ihr Gepäck nie unbeaufsichtigt. Vermeiden Sie Kontakt mit 'überfreundlichen' Fremden, die Ihnen etwas anbieten und Sie unter Umständen in kriminelle Geschäfte, besonders Drogenhandel, verwickeln wollen. Manchmal tauchen bei einem solchen Kontakt dann weitere Komplizen auf, die sich als Polizisten ausweisen und den Touristen Geld und Wertsachen als 'Geldstrafe' abnehmen mit der Drohung, sie andernfalls zu verhaften. Nehmen Sie keine Speisen oder offene Getränke von fremden Personen an. Touristen wurden mehrfach durch vergiftete Nahrungsmittel betäubt.

Hotels der unteren Kategorie (Pensiones, Alojamientos, Hostales usw.) werden gelegentlich nachts überfallen und die Gäste beraubt. Achten Sie bei der Wahl der Unterkunft auf Sicherheitsaspekte (Nachtwächter, Hotelsafe, Zimmertelefon).

In den letzten Monaten kam es immer wieder zu (manchmal gewaltsamen) Protestaktionen und Ausschreitungen in verschiedenen Landesteilen, die z.T. zu Strassen- und Flughafensperrungen führten, sodass Touristen mitunter tagelang nicht weiterreisen konnten. Reisenden wird geraten, in Peru die Nachrichten zu verfolgen und derart betroffene Gebiete zu meiden. Es wird empfohlen, für Überlandfahrten nur bekannte nationale Busunternehmen (wie Ormeño, Sud-Americano, Ocaña, Cruz del Sur) zu benutzen. Fahren Sie nicht 'per Anhalter'. Von Reisen als Einzelperson ist abzuraten. Der 'Inka-Pfad' von Cuzco nach Machu Picchu sollte nur im Rahmen geführter Reisegruppen (ab 2 Personen möglich) durchwandert werden.

Bei Polizei- oder Militärkontrollen wird empfohlen, nach dem Ausweis des Untersuchenden zu fragen und sich dessen Daten zu notieren. Bestehen Sie im Falle einer Festnahme auf Ihrem Recht zur Kontaktaufnahme mit der Botschaft. Bei Reisen mit erhöhtem Sicherheitsrisiko (einsame Überlandreisen, Ökotourismus, Bergwanderungen etc.) wird angeregt, den ungefähren Aufenthaltsort sowie Kontaktadressen in Deutschland bei einer Stelle Ihres Vertrauens zu hinterlegen. Bei längeren Aufenthalten wird empfohlen, sich bei der Botschaft zu registrieren.

Ecuador

Infolge verstärkter Aktivitäten bewaffneter Gruppen und Entführungen an der Nordgrenze Ecuadors/ Grenzgebiet zu Kolumbien, bisher vor allem in Sucumbíos, hat sich dort die Sicherheitslage beträchtlich verschlechtert. Von Reisen in diese Gegend wird daher abgeraten. Allerdings ist auch bei Fahrten in den Provinzen Esmeraldas und Napo wegen des gestiegenen Risikos von Überfällen erhöhte Vorsicht geboten.

Besuchern Ecuadors wird angesichts der Gewaltkriminalität in den Städten (vor allem Guayaquil und Quito), aber auch auf dem Land zu erhöhter Wachsamkeit geraten. So haben sich bewaffnete Überfälle auf Passagiere in öffentlichen Überland- und Nahverkehrsbussen an der Küste, im Einzugsbereich von Guayaquil, wie auch in anderen Regionen der Landes ereignet. Besondere Vorsicht ist insbesondere in der Umgebung der Laguna Quilotoa (Provinz Cotopaxi) geboten. Trotz Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen der Stadtverwaltungen ist das Risiko von Gewaltverbrechen auch in den sogenannten Touristenvierteln und auf touristisch frequentierten Badestränden hoch. Bei Raubüberfällen wird in Anbetracht der Gewaltbereitschaft der Täter empfohlen, keine Gegenwehr zu leisten. Erfahrungen zeigen, dass die örtliche Polizei ausländischen Opfern häufig nur eingeschränkt Schutz und Hilfe gewährt. Besonders gefährdet sind Einzelreisende. Hotels der unteren Preiskategorie wurden in der Vergangenheit wiederholt überfallen. Reisende sollten Ecuador daher nicht als Billigurlaubsland betrachten. Örtliche seriöse Reiseunternehmen sind problembewusst und treffen geeignete Vorkehrungen für ihre Kunden.

Galápagos-Reisende sind bisher nicht von Gewaltkriminalität betroffen.


[AA, Hotelkritiken]


 
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